Die Initiative zur Gründung der Sächsischen Akademie der Künste ging bald nach dem Wiedererstehen des sächsischen Staates von einem Gründerkreis aus, dem unter anderem der Publizist und Essayist Friedrich Dieckmann, der Bildhauer Wieland Förster, der Musikvirtuose Ludwig Güttler, der Schauspieler Friedrich-Wilhelm Junge und der Kunsthistoriker Werner Schmidt angehörten. Nach Ausarbeitung von
Gründungsgesetz und
Satzung verabschiedete der Sächsische Landtag am 27. Mai 1994 das "Gesetz über die Errichtung der Sächsischen Akademie der Künste". Die Akademie, heißt es darin, hat "die Aufgabe, die Kunst zu fördern, Vorschläge zu ihrer Förderung zu machen und die Überlieferungen des sächsischen Kulturraums zu pflegen". Sie spricht aus eigenständiger Verantwortung und entfaltet öffentliche Wirksamkeit. Mit ihrer Konstituierung am 29. Februar 1996 und der Besetzung von Präsidial- und Senatsfunktionen war der Gründungsprozeß abgeschlossen.
Seit Juni 2008 ist der Komponist Prof. Udo Zimmermann Präsident der Akademie, zu seinem Stellvertreter wurde der Schriftsteller Peter Gosse gewählt. Zur Zeit gehören der Sächsischen Akademie der Künste 141 Mitglieder aus dem In- und Ausland an. Als Sekretäre der fünf Klassen fungieren Prof. Carlo Weber (Baukunst), Prof. Dr. Wolfgang Holler (Bildende Kunst, kommissarisch), Holk Freytag (Darstellende Kunst und Film), Richard Pietraß (Literatur und Sprachpflege) und Dr. Jörn Peter Hiekel (Musik).
Die Akademie ist die jüngste von drei auf Länderbasis in Deutschland bestehenden Fünf-Klassen-Kunstakademien. Hervorgegangen aus einer Zeit demokratischer Erneuerung, die mit dem Wiedererstehen des vereinigten Deutschlands zusammenfiel, bestimmt sie sich in ihrer Satzung als eine "Gemeinschaft von Künstlern und Kunsttheoretikern", die "Freiheit und Anspruch der Kunst gegenüber Staat und Gesellschaft" vertritt und "die Öffentlichkeit mit wichtigen künstlerischen Leistungen der Zeit bekannt" macht.
Die Sächsische Akademie der Künste folgt in ihrer Tätigkeit auch am Beginn des 21. Jahrhunderts den beiden Leitgedanken, die mit ihrer Entstehung verbunden waren. Als Pflegestätte der Künste im mitteldeutschen Kulturraum, in der territorialen Mitte zwischen ihren älteren Schwester-Akademien in Berlin und München, ist es ihre Aufgabe, den geistigen und künstlerischen Reichtum zu verlebendigen, der dem Mutterland der Reformation durch die Zeiten eigentümlich geblieben ist. Eine andere wesentliche Aufgabe sieht die Akademie im kulturellen Brückenschlag zu den mittel- und osteuropäischen Ländern. Das schließt den länderübergreifenden Austausch, die Stiftung neuer Verbindungen, die Vertiefung und den Ausbau bereits bestehender Arbeitskontakte ebenso ein wie die Durchführung bi- und trinationaler Vorhaben. Aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Freistaates Sachsen zu den neuen EU-Mitgliedsstaaten und aus der historischen Rolle Sachsens im mitteleuropäischen Kulturraum ergibt sich für die Sächsische Akademie der Künste die Aufgabe, den politischen Einigungsprozeß kulturell und künstlerisch zu begleiten.