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Pressemitteilungen



Presseerklärung zum Austritt von Bernd Jentzsch

Am Vortag seines 70. Geburtstags hat der in Euskirchen lebende Schriftsteller Bernd Jentzsch seinen Austritt aus der Sächsischen Akademie der Künste mit Unterstellungen begründet, die jeder Grundlage entbehren.

Bernd Jentzsch, der zu den 1996 vom Freistaat Sachsen berufenen Gründungsmitgliedern der Sächsischen Akademie der Künste gehörte, hat vierzehn Jahre lang weder an den Mitgliederversammlungen der Akademie noch an Sitzungen der Klasse Literatur und Sprachpflege und damit auch nicht an Wahlen neuer Mitglieder teilgenommen, für die es im Plenum der Akademie jeweils einer Zweidrittelmehrheit bedarf. Bernd Jentzsch war stets über die Zuwahlvorschläge für neue Mitglieder informiert; ein Einspruch gegen die Kandidaten ist seinerseits zu keinem Zeitpunkt erfolgt.

Die Mitgliedschaft in der Akademie untersteht laut dem Akademie- gründungsgesetz von 1994 (§ 3/2) denselben Kriterien wie die Beschäftigung im öffentlichen Dienst, die in Artikel 119 der Sächsischen Verfassung formuliert sind (Unvereinbarkeit mit einer Tätigkeit für das frühere Ministerium für Staatssicherheit der DDR).

Gemäß ihrer Satzung vertritt die Sächsischen Akademie der Künste von ihrer Gründung an „Freiheit und Anspruch der Kunst gegenüber Staat und Gesellschaft"; sie weist Bernd Jentzschs Unterstellungen aufs schärfste zurück.

Dresden, 26. Januar 2010


Der Präsident



Standort "Großer Trauernder Mann" von Wieland Förster
"Weg des Gedenkens"


Der Senat der Sächsischen Akademie der Künste befürwortet mehrheitlich die Wiederaufstellung der Skulptur "Großer Trauernder Mann" von Wieland Förster an seinem ursprünglichen Standort am Georg-Treu-Platz. Der Senat sieht keinen Widerspruch zwischen der Wiederaufstellung und einer Neugestaltung des Platzes.

Mit Blick auf die geplanten Unternehmungen extremistischer Gruppierungen am 65. Jahrestag der Zerstörung der Stadt Dresden am 13. Februar 1945 begrüßt der Senat der Sächsischen Akademie der Künste die für den 13. Februar 2010 geplante Initiative eines "Weges des Gedenkens".

Dresden, 18. Januar 2010




Sächsische Akademie der Künste und Staatliche Kunstsammlungen Dresden rücken enger zusammen

Die Sächsische Akademie der Künste und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wollen künftig enger zusammenarbeiten. Darüber informierten heute der Präsident der Akademie der Künste, Prof. Udo Zimmermann und der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Prof. Martin Roth im Anschluss an ein Arbeitstreffen. Die Kunst zu fördern und die Überlieferungen des sächsischen Kulturraumes zu pflegen, sei auch eine der Hauptaufgaben der Sächsischen Akademie der Künste. Damit sei sie den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden als dem zweitgrößten Museumsverbund Deutschlands in dessen wichtigster Aufgabe unmittelbar verbunden.

Abstimmungsdefiziten, die es in der Vergangenheit unter anderem auch in der Debatte um die Neugestaltung des Georg-Treu-Platzes in der Dresdner Innenstadt gegeben hat, solle künftig entgegengewirkt werden. In Zukunft werde es darum gehen, vor Entscheidungen - insbesondere mit Blick auf die Stadt Dresden als europäische Kunst- und Kulturstadt - frühzeitig gegenseitig zu informieren. Mit Blick auf die Frage nach einem neuen Standort für die Plastik „Großer Trauernder“ von Wieland Förster erklärten Roth und Zimmermann übereinstimmend, dass „Der Trauernde“ einen würdigen Ort der Kontemplation verdient habe.

Dresden, 5. Januar 2010




Aufruf
Für den Neubau eines Konzerthauses in Dresden


Die Sächsische Akademie der Künste erneuert ihren Aufruf zum Neubau eines Konzerthauses. Ein akustisch und architektonisch erstrangiges Konzerthaus, das von beiden Spitzenorchestern der Stadt bespielt werden kann, wird internationale Künstler anziehen und internationale Ausstrahlung entfalten. Ein solcher Neubau mit zwei unterschiedlichen Sälen - Kammermusiksaal und Konzertsaaal - hätte eine entschieden positive Auswirkung auf alle Künste und wird, wie das Beispiel anderer Städte zeigt, zeitgenössische Kunst fördern und neues Publikum anziehen. Da die Attraktivität der bedeutenden Kulturstandorte im internationalen Vergleich gegenwärtig an herausragender zeitgenössischer Museums- und Konzerthausarchitektur gemessen wird, erscheint ein Konzerthausneubau für Dresden unerlässlich. Auch der Rang Dresdens als Musikstadt hängt in großem Maße von der Existenz und Qualität eines neuen Konzerthauses ab. Darüber hinaus vermag die Errichtung eines Konzerthauses an einem originären wie zentralen Standort wichtige Impulse für die weitere Entwicklung der Landeshauptstadt zu setzen.

Dresden 28.10.2009




Pressestimmen




Die Sächsische Akademie der Künste
verleiht den Gottfried Semper Architekturpreis 2009


Der Gottfried Semper Architekturpreis 2009 wurde an den Freiburger Architekten und Darmstädter Architekturprofessor Günter Pfeifer am 23. Oktober 2009 auf dem Sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul verliehen. Unter den Gästen befanden sich Vertreter regionaler und überregionaler Architektenverbände, Rektoren und Vertreter der Hochschulen und Vertreter der Staatsregierung.

Der Preis, der zum zweiten Mal von der Sächsischen Akademie der Künste und der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt verliehen wurde und herau-sragende Leistungen der Baukultur und räumlichen Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung ökologischer Verträglichkeit würdigt, ist mit 25.000 Euro dotiert und wird durch das Energieunternehmen Vattenfall Europe Mining & Generation gestiftet.

Das Kuratorium des Gottfried Semper Architekturpreises würdigte mit seiner Wahl das wegweisende Architekturkonzept des Freiburger Architekten. Der renommierte Architekt und Stadtplaner Prof. Thomas Sieverts betonte in seiner Laudatio, dass das Werk Günter Pfeifers in idealer Weise den Kriterien und Zielsetzungen des Preises, Architekturqualität, städtebauliche Einbindung, Landschaftsbezug, klima-, ressourcen- und flächenschonendes Bauen entspricht.

Günter Pfeifer, 1943 in Schopfheim geboren, hat bereits in jungen Jahren für Archi-tektenstars wie Tadeo Ando, Frank Gehry, Zaha Hadid und Alvaro Siza gearbeitet. Von Beginn an bewegt Günter Pfeifer die Frage, wie Architektur und Städtebau unter den Bedingungen radikal verminderten materiellen Wohlstands und einer radikal veränderten Energiesituation aussehen müssen. So gehört Günter Pfeifer zu jenen Architekten, die aus der Energie- und Ökologiekrise nicht nur technisch-physikalische Lösungen, sondern eine Architektur eigener Wesensart entwickelt haben, die beispielgebend Ästhetik, praktische Nutzungen, Technik und Ökologie zu verbinden versteht. Pfeifers Werk umfasst eine Vielzahl von Wohnbauten, öffentlichen Bauten, Kirchengebäuden und gewerblichen Anlagen, die zu Modellen ökologischen Bauens in Deutschland wurden. Das OEuvre des international geachteten Architekten umfasst über 80 Bauten für private und öffentliche Auftraggeber, für die er bis heute insgesamt fast 60 Auszeichnungen erhielt – u.a. den Honor Award (American Institute of Architects). Architekturwettbewerben hat er sich immer gestellt. In über 160 Verfahren war er bislang sechzigmal erfolgreich, davon vierzehnmal mit dem ersten Preis.

Der Pionier des ökologischen Bauens Günter Pfeifer wurde 1992 als Professor für Entwerfen und Hochbaukonstruktion an die Technische Universität Darmstadt berufen. Zahlreiche Fachbücher – u.a. Der Neue Holzbau, Mauerwerksatlas, Sichtbeton, sowie Wohnungsbau-Typologie-Bände (insgesamt 30 Titel), zusätzlich fremdsprachige Ausgaben – sind seit 1997 in verschiedenen Verlagen erschienen.

Einen Einblick in sein umfangreiches und international geachtetes Werk wird eine Ausstellung gewähren, die im Februar 2010 in der Sächsischen Akademie der Künste im Blockhaus mit einer Vorlesung des Architekten eröffnet wird.

Dresden, 26. Oktober 2009




Aufruf für eine Nachfolgeausstellung zur Ausstellung "60 Jahre - 60 Werke"

Die Mitglieder der Sächsischen Akademie der Künste wenden sich gegen die grundsätzliche und denunziatorische Ausgrenzung ostdeutscher Künstler in der Ausstellung "60 Jahre 60 Werke". Wir fordern die Veranstalter und Förderer dieser für Deutschland repräsentativ angelegten Ausstellung auf, diese im 20. Jahr von Mauerfall und deutscher Einheit in einen realistischen Rückblick auf die Werke deutscher Maler und Bildhauer der letzten 60 Jahre zu korrigieren oder sich von dieser Ausstellung zu distanzieren.

Dresden, 15. Juni 2009

Prof. Udo Zimmermann
Präsident der Sächsischen Akademie der Künste




State of the arts
Mitgliederversammlung der Sächsischen Akademie der Künste in Prag


Die Sächsische Akademie der Künste hat ihre diesjährige Mitgliederversammlung am 13. Juni 2009 in Prag durchgeführt. Unter dem Thema State of the arts – Was ist zeitgenössisch? hat sich die Akademie mit der aktuellen tschechischen Kunstszene auseinandergesetzt. Gäste im überfüllten Saal des Goethe-Instituts waren u.a. der Komponist Marek Kopelent, die Schriftstellerin Radka Denemarková und das Enfant terrible der Prager Szene David Černý, dessen aufsehenerregende Plastik Entropa am Vortag der Mitgliederversammlung an seinem neuen Ausstellungsplatz in Prag von Václav Havel enthüllt wurde.

Es war die erste Mitgliederversammlung der 1996 gegründeten Akademie in einem Nachbarland und fand in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Prag und dem Prager Nationaltheater statt. Mit der Wahl des Ortes setzt die Akademie ein Zeichen für die Stärkung von Arbeitskontakten zum Nachbarland, für die Aufnahme neuer Entwicklungen und Trends in den Künsten und für die Intensivierung bestehender Verbindungen.

Von Prag gehen folgende Impulse aus: Nach Workshops in Lemberg und Kiew (Ukraine) wird die Klasse Baukunst der Akademie eine ihrer nächsten Tagungen zur jungen Architektur in Tschechien durchführen. Mit der Situation der Gegenwartskunst in Prag befasst sich die Klasse Bildende Kunst, was den Besuch von Ateliers, Galerien und Sammlungen und den Austausch mit Künstlern einschließt. Von der Klasse Darstellende Kunst und Film ist die Beteiligung am Prager Theaterfestival Deutscher Sprache geplant und die Klasse Literatur und Sprachpflege wird Vertreter der jüngeren Literaturszene nach Dresden einladen. Eine verstärkte Auseinandersetzung mit Komponisten des Nachbarlandes plant die Klasse Musik, was seinen Ausdruck in binationalen Gesprächskonzerten in Dresden und Prag findet.

Dresden, 15. Juni 2009

Prof. Udo Zimmermann
Präsident der Sächsischen Akademie der Künste




Offener Brief
60 Jahre, 60 Werke - die wichtigsten Kunstwerke


Sehr verehrter Herr Bundesminister Dr. Schäuble,

am 31. März 2009 startete die Zeitung BILD eine über zwei Monate angelegte Serie zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik unter dem nunmehr täglich wiederkehrenden Titel „60 Jahre, 60 Werke“. In dieser Serie stellen BILD und RWE „die wichtigsten Kunstwerke vor“. Die programmatische Ankündigung des Vorhabens vom 30. März 2009 nennt als Aufgabe, „für jedes Jahr das bedeutendste Werk auszuwählen“ und die gesamte Kollektion vom 1. Mai bis zum 14. Juni 2009 im Gropiusbau in Berlin „in einer Ausstellung zu präsentieren (…), erweitert um wichtige Arbeiten.“ Das soll in Zusammenarbeit mit der Bonn Stiftung Kunst und Kultur e. V. geschehen. Es ist dankbar zu begrüßen, dass BILD in nachdrücklicher Weise seiner großen Leserschaft bedeutende deutsche Künstler der vergangenen Jahrzehnte nahe bringt.

Die inhaltliche Verantwortung dafür wurde einem Gremium von 14 Experten übertragen, in dem sich nur eine Sachverständige aus den östlichen Bundesländern befindet, Frau Ingrid Mössinger, die Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz. Der Expertenrunde gehört jedoch kein einziger der Museumsleute, Publizisten und Galeristen an, die sich in der DDR gegen ideologische Restriktionen zur Wehr gesetzt und um künstlerische Freiheit gerungen haben. Seit 1990 sind auch sie Bürger der Bundesrepublik Deutschland.

Gewiss können die Verantwortlichen von BILD, RWE und der Bonn Stiftung Kunst und Kultur e. V. bei der Auswahl ihrer künstlerischen Berater nach ihrem Belieben verfahren. Sie müssen sich freilich die kritische Frage gefallen lassen, ob sie 20 Jahre nach dem Fall der Mauer die deutsche Kultur noch als Zwei-Klassen-Gesellschaft begreifen.

Wie BILD am 30. März 2009 mitteilte, wird die abschließende Ausstellung in Berlin von Ihrem Haus, dem Bundesinnenministerium, „großzügig unterstützt“. Dadurch kann nach unserem Erachten der Eindruck entstehen, dass sich ein Bundesministerium für eine Aktion einsetzt, die dem kulturellen Zusammenwachsen des wiedervereinigten Deutschland keinen guten Dienst leistet.

Die Sächsische Akademie der Künste wendet sich deshalb mit der dringlichen Bitte an Sie, zu diesem Vorgang eine klärende Position zu beziehen und Ihren Einfluss geltend zu machen, damit bei der Erweiterung der Ausstellung in Berlin eine korrigierende Ergänzung erreicht werden kann.

Mit hochachtungsvollen Grüßen

Prof. Udo Zimmermann
Präsident der Sächsischen Akademie der Künste