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Wolfram Adalbert Scheffler



Der diesjährige Hans Theo Richter Preis der Sächsischen Akademie der Künste wird an den in 1956 in Chemnitz geborene und heute in Berlin lebende Maler und Grafiker Wolfram A. Scheffler verliehen. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 18 Oktober 2007 um 19 Uhr im Blockhaus, Neustädter Markt 19 statt. Laudator ist der Objektkünstler Olaf Nicolai.

In der Begründung der Jury heißt es: Wolfram Scheffler galt in der Kunstszene der DDR als „enfant terrible"; doch verweigerte er Mimikry in Ost und West, entwickelte einen eigenständigen, von der Zeichnung ausgehenden spontanen malerischen Stil, der von der Zeit und ihren Ereignissen geprägt war, und verließ ihn wieder, als er Gemeingut geworden war. Seine Kunst und seine souveräne Haltung blieben nicht ohne Einfluß, nicht nur in seiner Generation. 1986 kehrte er dem zu eng gewordenen Land den Rücken. Ein Jahr später schrieb der Kunsthistoriker Eckhart Gillen über ihn: „Der Künstler als melancholischer Dandy auf der Suche nach Extravaganz ist die eleganteste, sublimste Form des Protestes (Elisabeth Lenk) gegen die Normalität des alltäglichen Zynismus". Das gilt heute noch, wenn auch in zurückgezogenerer, geheimerer Weise. Die unterschiedlichen Mittel resultieren aus unterschiedlichen Erfahrungsebenen. Insbesondere die direkten und radikalen Zeichnungen spiegeln Schefflers existentialistische Haltung wider, in der Leben und Kunst einander durchdringen.

Wolfram Adalbert Scheffler

1956 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) geboren - 1986 Übersiedlung nach Berlin/West - lebt von 1989 bis 1991 in Paris und Berlin – lebt von 1996 bis 1999 in Amsterdam und Berlin - zahlreiche originalgrafische Künstlerbücher - 2007 Hans-Theo-Richter-Preis der Sächsischen Akademie der Künste - lebt in Berlin und Antwerpen.

Persönliche Ausstellungen: Galerie Oben und VOXX Galerie Chemnitz - Galerie Janine Mautsch Köln - Neuer Berliner Kunstverein - Galerie du Jour Agnes B. Paris FIAC Pari - Galerie Michael Schultz Berlin - Aschenbach Galerie Amsterdam - Galerie de la Tour Groningen - Lindenau Museum Altenburg - Guardini Galerie Berlin.




Die Welt Online 16. Oktober 2007

Richter-Preis für Maler und Grafiker Wolfram A. Scheffler

Dresden/Berlin (dpa/bb) - Der mit 20 000 Euro dotierte Hans Theo Richter Preis geht in diesem Jahr an den Berliner Maler und Grafiker Wolfram Scheffler. Das teilte die Sächsische Akademie der Künste am Dienstag in Dresden mit. Die Auszeichnung wird von der Witwe Richters gestiftet und an diesem Donnerstag in der Elbestadt verliehen. Die Jury würdigte den Preisträger als «enfant terrible» der Kunstszene in der DDR. Scheffler, Jahrgang 1956, stammt aus Chemnitz und war 1986 nach Westberlin übergesiedelt. Richter (1902-1969) gehört zu den wichtigsten Künstlern Sachsens im 20. Jahrhundert. Sein grafisches Werk enthält mehr als 600 Blätter und etwa 200 Zeichnungen.




Radio Berlin Brandenburg 16. Oktober 2007

Auszeichnungen
Richter-Preis für Wolfram A. Scheffler


Der mit 20.000 Euro dotierte Hans Theo Richter Preis geht in diesem Jahr an den Berliner Maler und Grafiker Wolfram Scheffler. Das teilte die Sächsische Akademie der Künste am Dienstag in Dresden mit.
Die Auszeichnung wird von der Witwe Richters gestiftet und am Donnerstag in der Elbestadt verliehen. Die Jury würdigte den Preisträger als "enfant terrible" der Kunstszene in der DDR. Scheffler, Jahrgang 1956, stammt aus Chemnitz und war 1986 nach Westberlin übergesiedelt.
Richter (1902-1969) gehört zu den wichtigsten Künstlern Sachsens im 20. Jahrhundert. Sein grafisches Werk enthält mehr als 600 Blätter und etwa 200 Zeichnungen.



Dresdner Neueste Nachrichten 20./21. Oktober 2007

Eine Überfällige Ehrung
Hans Theo Richter-Preis 2007: Die Sächsische Akademie der Künste würdigt Wolfram Adalbert Scheffler


Lisa Werner-Art

Wolfram A. Scheffler? Sagt der Name vor Ort vielen nichts (mehr)? Zumindest findet sich in seiner Ausstellungsliste keine Dresdner Galerie, geschweige denn ein Museum. Die Entfernungen zwischen den sächsischen Städten scheinen ja mitunter Lichtjahre weit. Fragte sich gar mancher, warum gerade der? Oder gab es wieder einmal zuviel Kunsttermine gleich-zeitig? Die Anzahl der zu Ehren von Wolfram Adalbert Scheffler - geboren 1956 in Karl-Marx-Stadt - Gekommenen war nicht gerade groß. Es war eher eine kleine, allerdings gewichtige Runde von „Eingeweihten" - Künstler aus Dresden und Chemnitz, Akademiemitglieder, oft zugleich Weggefährten aus alten Tagen, die sich anlässlich der Verleihung des Hans Theo Richter-Preises der Sächsischen Akademie der Künste versammelt hatten.

Dabei gab es Jahre, da schien er - auch die Ausstellung „Kunst in der DDR" von 2003 in der Berliner Nationalgalerie verortete ihn mit seinem Bild „Englische Erinnerung" (1984) so - in der Szene der „Neuen Wilden" aufzugehen. Nach wenigen Monaten Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst 1980 war der Autodidakt schnell in Leipzig, Chemnitz und Berlin bekannt geworden. Produzentengalerien wie die der Clara Mosch in Chemnitz oder „rot/grün" in der Berliner Sredzkistraße boten Raum für unkonventionelles künst-lerisches Vorgehen. Künstler wie Klaus Hähner-Springmühl waren Inspiratoren für die künstlerische Behauptung. Grenzen wurden ausgeschritten. Und als sich zeigte, dass es nicht
weiter ging, folgte der Ausreiseantrag - wie bei so vielen. 1986 reiste der Künstler nach Berlin/West aus, suchte und empfing neue Anregungen - auch in Paris, Amsterdam -, ohne Berlin aufzugeben. Er hatte Erfolg, erkannte aber auch andere, mit dem Kunstbetrieb zusammenhängende Grenzen, was ihn sich auf einige Jahre in sich selbst zurückziehen ließ. Distanz aufbauen zu dem, was gerade allgemein ist, scheint eine der hervorragenden Eigenschaften Schefflers zu sein, der heute zwischen Antwerpen und Berlin pendelt. Dies zeigte nicht zuletzt die große Retrospektive im Lindenau-Museum Altenburg im Jahr 2005.

Neben den älteren „wilden" Werken, zeigte sie jüngere, in der Form reduzierte, in den Farben auf Schwarz, Weiß, Grau konzentrierte Bilder sowie minimalistische Zeichnungen. Mit wenigen Linien, die teils unbestimmte Figuren bilden, dichten Strichlagen, dunklen Kreisen, die das Blatt partiell oder auch ganz überziehen, schafft Scheffler darauf eine Welt, die auf seltsame Weise fesselt - auch die Autorin, als sie die naturgemäß wenigen, auf Podium und Foyerwänden zu sehenden Arbeiten betrachtete. Sie gewannen an Anziehungskraft mit der Zeit. Die Besonderheit des zeichnerischen Schaffens würdigten Jutta Penndorf, Direktorin des Lindenau-Museums Altenburg, die für die Klasse Bildende Kunst dür Akademie sprach, sowie Laudater Olaf Nicolai, Freund und selbst schon oft geehrter Künstlerkollege Schefflers, der meinte, dass dessen Ehrung mit dem Preis eine Geste sei, „die längst überfällig ist". In Schefflers Zeichnungen sähe er das „Aufscheinen einer alten ,Figur’", in der „Sinnlichkeit und Denken nicht getrennt sind". Für ihn sei Scheffler „ein sehr modischer Künstler", wobei er das „modisch" im Sinne der Aktualität verstanden haben wolle, so Nicolai. Werner Schmidt, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen i.R. und Hüter der Hildegard-und-Hans-Theo-Richter-Stiftung, unterstrich denn bei der Preisübergabe auch die „Intensität", mit der sich Scheffler „der Zeichnung verschrieben" habe. „Hans Theo Richter wäre beglückt", so seine Worte.

Der dem renommierten Dresdner Zeichner und Grafiker sowie Hochschullehrer (1902-1969) gewidmete Preis ist mit 20 000 Euro dotiert. Er wird per Entscheid einer Jury vergeben, die aus Mitgliedern der Klasse Bildende Kunst der Akademie der Künste, dem Vorstand der Hildegard-und-Hans-Theo-Richter-Stiftung und dem Direktor des Kupferstich-Kabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen besteht. Den ersten Preis, er ging an Max Uhlig, hatte Hildegard Richter noch selbst bestimmt. Seitdem wurden Jiri Kolar, Paula Ribariu und Werner Wittig zu gleichen Teilen, Peter Graf, Thomas Ranft sowie Lutz Fleischer damit geehrt.