Die Veranstaltungen finden, wenn nicht anders angegeben, um 20 Uhr im Festsaal des Blockhauses, dem Sitz der Akademie, Neustädter Markt 19, 01097 Dresden, statt. Wenn nicht anders angegeben, sind die Veranstaltungen und Kolloquien öffentlich; der Eintritt ist frei.
Montag, 6. Februar 2012, 20 Uhr
Was wollen wir?
Ingo Schulze - Zur PersonIm Gespräch:
Prof. Dr. Peter GülkePräsident der Sächsischen Akademie der Künste
Ingo SchulzeSchriftsteller, Berlin
„Es ist alles so offensichtlich: die Abschaffung der Demokratie, die zunehmende soziale und ökonomische Polarisation in Arm und Reich, der Ruin des Sozialstaates, die Privatisierung und damit Ökonomisierung aller Lebensbereiche (der Bildung, des Gesundheitswesens, des öffentlichen Verkehrssystems usw.), die Blindheit für den Rechtsextremismus, das Geschwafel der Medien, die pausenlos reden, um über die eigentlichen Probleme nicht sprechen zu müssen, die offene und verdeckte Zensur…“
Ingo Schulze, Süddeutsche Zeitung, 12.1.2012
Wo bleibt der Mut zur Veränderbarkeit, wo die öffentliche Stimme des Künstlers, wo schließlich das utopische Potenzial in den Haltungen und Werken der Künstler und Intellektuellen heute? Für den in Dresden geborenen Schriftsteller Ingo Schulze beginnt Widerstand mit Wahrnehmung. Als Beobachter der Gesellschaft setzt er der verbreiteten kulturellen Praktik des Rückzugs, des Schweigens oder resignierenden Jammerns eine eigene künstlerische und politische Motivation entgegen, über die er im Gespräch mit dem Dirigenten und Musikwissenschaftler Peter Gülke Auskunft geben wird.
Aus Anlass der Leipziger Buchmesse am Sonntag, 18. März 2012, 11 Uhr, Haus des Buches Leipzig, Gerichtsweg 28, Literaturcafé
Bücher, Mythen und Verlage
Reiner Kunze
"Mein Wort - ein weißer Vogel. Junge deutsche Lyrik" Reiner Kunze im Gespräch mit
Jörg BernigModeration:
Ingrid SonntagReiner Kunzes Anthologie "Mein Wort - ein weißer Vogel" erschien Ende des Jahres 1961 in einer einzigen kleinen Auflage im Leipziger Reclam Verlag. Während der V. Schriftstellerkongress im Mai 1961 zu einer Propagandaveranstaltung für den Bitterfelder Wegs genutzt wurde, arbeitete der Hausgeber an seiner Gedichtsammlung und nannte diese ein „Dokument„, das "von dem gesunden dichterischen Beginnen der jüngeren Lyrikergeneration, die in der Deutschen Demokratischen Republik heranreift" zeugt und ihr gewidmet ist: u.a. Bobrowski, Cibulka, Endler, Karl-Heinz Jakobs, Kunert, Werner Lindemann, Christa Reinig, Walter Werner. Der auf ästhetische Standards beharrenden und bahnbrechenden Sammlung sollte damals wenig Öffentlichkeit zuteil werden. Die "geheimen" Geschichten, die sich hinter dem Reclam-Bändchen verbergen und die eigentümliche Wirkungsgeschichte bestimmen das Gespräch zwischen Reiner Kunze und dem Dresdner Erzähler und Lyriker Jörg Bernig.
Gemeinschaftsveranstaltung von der Buchwissenschaft an der Universität Leipzig, Literaturhaus Leipzig und Sächsischer Akademie der Künste
Leipzig und seine großen Verlage Brockhaus, Reclam, Insel waren einst ein Begriff. Heute finden sich ihre Überlieferungen oft nur noch in den Archiven, u.a. in dem nach Leipzig zurückgekehrten Reclam-Archiv. Die Leipziger Buchwissenschaftler haben sich mit prominenten Titeln des Leipziger Reclam Verlages und ihren exemplarischen Editionsgeschichten befasst. Aus dem Blick der Studenten auf die „geheimen" Geschichten (Idee zum Buch, Hintergründe, Zensur und Intrigen) und auf ihre deutsch-deutsche Wirkungsgeschichte stellten sich neue Fragen an Autoren, Gutachter, Lektoren, Herausgeber und Übersetzer. Das Projekt „Verlagsarchive Leipziger Traditionsverlage: Reclam" der Buchwissenschaften der TU Leipzig ist Teil eines vom Sächssichen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geförderten Pilotprojekts zur Förderung geisteswissenschaftlicher Disziplinen.
Montag, 2. April 2012, 19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung von Frank Zimmermann
Ausstellung des Gottfried Semper Architekturpreis-Trägers 2011 Eröffnung:
Prof. Dr.
Peter Gülke, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
Bernd Dieter Kammerschen, Stiftungsdirektor der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt
Dr.
Hartmuth Zeiß, Vorsitzender des Vorstands Vattenfall Europe Generation AG
Vortrag:
Wofgang Kilim Anschluss Diskussion im Frank Zimmermann, Cottbus
Mit freundlicher Unterstützung von
Vattenfall Europe Generation.
Mit dem Gottfried Semper Architekturpreis wird eine deutsche Architektenpersönlichkeit gewürdigt. Bei der Beurteilung werden daher insbesondere Aspekte der Architekturqualität, der städtebaulichen Einbindung, des Landschaftsbezugs sowie des klima-, ressourcen- und flächenschonenden Bauens berücksichtigt. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Sächsischen Akademie der Künste mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) und Vattenfall Europe Mining & Generation (Stifter) vergeben.
16. Mai 2012, Wroclaw
Lesung von Reiner KunzeÜbertragungen ins Polnische: Jakub Ekier, Warschau
Moderation: Prof. Dr.
Marek Zybura, Wroclaw
Lesung aus Anlass der Mitgliederversammlung der Sächsischen Akademie der Künste
17. Mai 2012, Architekturmuseum Worclaw
Identität durch Nachkriegsarchitektur im europäischen KontextArchitektur- und Städtebautagung 17.-18.5.2012
Im Vorfeld der Jahresmitgliederversammlung 18.-20.5.2012 in Wroclaw ist eine Architektur- und Städtebautagung mit internationaler Beteiligung im Architekturmuseum Wroclaw zum Thema „Identität durch Nachkriegsarchitektur im europäischen Kontext" geplant. Ziel der Tagung ist es, Konzepte zu entwickeln für ein kritisches Weiterbauen zwischen Abriss und Denkmalschutz. Das international besetzte Symposium mit Architekten und Architekturkritikern wird sich in Vorträgen und Statements mit Beispielen aus Wroclaw, Le Havre, Marseille, Rotterdam, Kiew, Ost- und Westdeutschland auseinandersetzen und dabei auf die Frage nach der nationalen Identität im Spiegel der (polnischen) Architektur eingehen. Darüber hinaus werden Fachexkursionen zur zeitgenössischen Architektur und Städtebau der letzten zehn Jahre in Wroclaw mit Vertretern junger polnischer Architekturbüros, mit Vertretern des Museums für moderne Kunst und des Architekturmuseums Wroclaw sowie Fachexkursionen mit dem Schwerpunkt in Wroclaw durchgeführt.
Referenten
Jean Louis Cohen (für Le Havre, Marseille, Rotterdam, angefr.)
Dr. Jerzy Ilkosz, Direktor des Architekturmuseums Wroclaw
Prof. Tomasz Osowicz, Direktor des Stadterweiterungsamtes der Stadt Wroclaw
Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Sekretär der Klasse Baukunst
Wolfgang Kil (für Ostdeutschland)
Prof. Dr. Thomas Topfstedt (für Ostdeutschland)
Prof. Dr. Wolfgang Pehnt (für Westdeutschland)
Prof. Dr. Bohdan Tscherkes (für Kiew und Ukraine)
Prof. Ma³gorzata Omilanowska (Warschau, für Nachkriegsarchitektur in Polen)
Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Sekretär der Klasse Baukunst
Die großen Stadtneubau- und Erweiterungsprojekte der fünfziger bis achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts prägen eine Vielzahl deutscher und polnischer Mittel- und Großstädte und stellen darüber hinaus auch im europäischen Gesamtraum eine überaus prägende urbane Siedlungsstruktur dar. Nach rund einem halben Jahrhundert ergeben sich nun neben einer Vielzahl bautechnischer (Alterung, Wärmeschutz, Energie sparende Haustechnik etc.) sowie wirtschaftlicher und rechtlicher Probleme (Privatisierung, Bruchteilseigentum, Sanierungszwang etc.) auch wesentliche kulturelle Grundfragen eines angemessenen Umgangs mit dieser Nachkriegsmoderne. Zwischen undifferenzierter und häufig sehr emotionaler Ablehnung und meist ebenso undifferenzierter Unterschutzstellung als Baudenkmale („Zeugnisse des Industrieellen Bauens") kommen Konzepte einer kritischen und städtebaulich wie architektonisch ambitionierten Transformation meist zu kurz.
Doch gibt es im europäischen Kontext mittlerweile eine Reihe überaus interessanter Planungsbeispiele (z.B. Milton Keynes Newtown, Le Havre, Leinefelde) für die Fortschreibung industrieller Großsiedlungen und Einzelprojekte. Auch der 2011 vergebene Gottfried Semper Architekturpreis der Akademie würdigt die gelungene Transformation typisierter Großstrukturen zu individuellen Wohntypologien in der dt. Stadt Cottbus.
Es gilt für diese, vielfach ortsprägenden Bauten und Ensembles der Nachkriegsmoderne eine der Tradition, dem Qualitätsanspruch und der Nachhaltigkeit der Europäischen Stadt angemessene, differenzierte und baukünstlerisch überzeugende Umgangsform zu finden. Zukunftsweisende konzeptionelle Ansätze und planerische Strategien sollen aufgezeigt sowie Beispiele bisheriger europäischer Praxis analysiert und verglichen werden. Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit Partnern aus Deutschland, Frankreich, Polen, Tschechien und der Ukraine die verschiedenen Formen zeitgenössischer „best practice" in der Weiterentwicklung der Nachkriegsmoderne im Sinne adäquater Theoriebildung und baukünstlerischer Praxis benennen und diese Ergebnisse sowohl fach- wie gesellschaftspolitisch kommunizieren.
18. Mai 2012, 18.00 Uhr Aula Leopoldina der Universität Wroclaw
In Zusammenarbeit mit dem Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wroclaw, dem Architekturmuseum Wroclaw und dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Wroclaw.
Stadt als Palimpsest – Kultur und Stadt im 21. JahrhundertEröffnungProf. Dr. Marek Bojarski, Rektor der Universität Wroclaw (angefragt)
Vertreter des Marschallamtes Niederschlesien (prüfen)
Dr. Rafael Dutkiewicz, Stadtpräsident Wroclaw (angefragt)
Dr. Gottfried Zeitz, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland
Prof. Dr. Sabine von Schorlemer Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst (angefragt)
Prof. Dr. Peter Gülke, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
Prof. Peter Gülke, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
Öffentliche PodiumsdiskussionProf. Dr. Werner Durth, Universität Darmstadt
Dr. Rafal Dutkiewicz, Oberbürgermeister der Stadt Wroclaw (angefragt)
Dr. Maciej Lagiewski, Direktor der Städtischen Museen Wroclaw (angefragt)
Moderator: Prof. Dr. Krystof Ruchniewicz, Direktor des Willy Brandt Zentrums für Deutschland- und Europastudien der Universität Wroclaw
21.00 [Rathaus der Stadt Wroclaw, angefragt]
Begegnung der Künstefür die Mitglieder der Akademie und Vertreter des künstlerischen und öffentlichen Lebens aus Wroclaw, Eröffnung durch den Präsidenten der Akademie
Sonnabend, 19. Mai 2012
10.00
Sitzungen der Klassen (nicht öffentlich)
mit Statements von Referenten aus Wroclaw zur kulturellen Situation und zu den aktuellen Entwicklungen der Künste
14.30-17.00 Aula Leopoldina der Universität Wroclaw
Vollversammlung der Akademie (Mitgliederversammlung, nicht öffentlich)
Eröffnung durch Prof. Dr. Marek Bojarski, Rektor der Universität Wroclaw (angefragt)
Prof. Dr. Peter Gülke, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
Bericht des Präsidenten, der Sekretäre der Klassen und des Präsidialsekretärs, Wahl neuer Mitglieder, Änderung der Satzung.
18.00-20.00 Aula Leopoldina der Universität Wroclaw
Binationales Gesprächskonzert (öffentlich)
Künstlerisches Programm in polnisch-dt. Besetzung mit Komponisten aus Wroclaw und der Sächsischen Akademie der Künste
Im Anschluss Gespräch mit den Komponisten
Leitung und Moderation: Prof. Dr. Jörn Peter Hiekel, Prof. Dr. Peter Gülke
ab 21.00 Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Wroclaw
Empfang des Generalkonsuls und Abschluss der Tagung
Begegnung mit Künstlern und Vertretern des künstlerischen Lebens aus Wroclaw
9. Juni 2012 Lindenau-Museum Altenburg, Gabelentzstraße 5, 04600 Altenburg
Eröffnung der Ausstellung Kunst im WerdenBegrüßung
Jutta Penndorf, Direktorin des Lindenau-Museums Altenburg
Prof. Dr. Peter Gülke, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
Prof. Dr. Wolfgang Holler, Sekretär der Klasse Bildende Kunst der Sächsischen Akademie der Künste
Die Ausstellung präsentiert Skizzen, Projekte und Arbeitsbücher von den Mitgliedern der Klasse Bildende Kunst Hartwig Ebersbach, Wieland Förster, Eberhard Göschel, Gotthard Graubner, Ralf Kerbach, Gerda Lepke, Walter Libuda, Ulrich Lindner, Michael Morgner, Carsten Nicolai, Osmar Osten, Thea Richter, Cornelia Schleime, Jürgen Schön, Gundula Schulze Eldowy, Strawalde, Günther Uecker und Max Uhlig.
In Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) und dem Lindenau-Museum Altenburg.
13. Juni 2012, Haus des Buches Leipzig, Gerichtsweg 28, Literaturcafé
Bücher, Mythen und Verlage
Die musikästhetische Schriften des Reclam-Verlags LeipzigSymposium zu den Schriften und Herausgaben von Heinrich Besseler, Peter Gülke, Eberhardt Klemm, Frank Schneider, Peter Wicke und anderen.
Leitung:
Prof. Dr. Peter Gülke, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
Ingrid Sonntag, Buchwissenschaften an der Universität Leipzig
Gemeinschaftsveranstaltung der Buchwissenschaft an der Universität Leipzig, Literaturhaus Leipzig und Sächsischer Akademie der Künste
Leipzig und seine großen Verlage Brockhaus, Reclam, Insel waren einst ein Begriff. Heute finden sich ihre Überlieferungen oft nur noch in den Archiven, u.a. in dem nach Leipzig zurückgekehrten Reclam-Archiv. Die Leipziger Buchwissenschaftler haben sich mit prominenten Titeln des Leipziger Reclam Verlages und ihren exemplarischen Editionsgeschichten befasst. Aus dem Blick der Studenten auf die „geheimen" Geschichten (Idee zum Buch, Hintergründe, Zensur und Intrigen) und auf ihre deutsch-deutsche Wirkungsgeschichte stellten sich neue Fragen an Autoren, Gutachter, Lektoren, Herausgeber und Übersetzer. Das Projekt „Verlagsarchive Leipziger Traditionsverlage: Reclam" der Buchwissenschaften der TU Leipzig ist Teil eines vom Sächssichen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geförderten Pilotprojekts zur Förderung geisteswissenschaftlicher Disziplinen.