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Kann Kunst heute noch autonom sein? Wolfgang Ullrich und Durs Grünbein im Gespräch
Im Zentrum des öffentlichen Vortrags und der Diskussion aus Anlass der Mitgliederversammlung der Sächsischen Akademie der Künste in Halle stand die von Wolfgang Ullrich vertretene These, das seit der Romantik gepflegte Ideal der autonomen Kunst sei am Ende. Der überstrapazierte und entleerte Kunstbegriff, die Globalisierung der Kunst-Institutionen, aber auch der zwanghafte Sog der Sozialen Medien gelten ihm als wesentliche Ursachen der Schwächung der Idee einer autonomen Kunst und eines definitiven Kunstbegriffs. Stimmt diese Krisenbeschreibung?
War der Glaube an die Autonomie nicht von jeher ein Irrglaube? Sind das soziale Umfeld, die politischen Rahmensetzungen, die Ansprüche von Markt und Kommerz nicht stets und noch immer kunstimmanente Faktoren oder lassen sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten tatsächlich gravierende Veränderungen konstatieren? Wie verhält sich das Verständnis von Autonomie zur inneren und äußeren Freiheit der Kunstschaffenden? Lässt sich künstlerische Selbstständigkeit und Integrität auch in repressiven Systemen wahren und umgekehrt, führt uns nicht gerade die in demokratischen Verfassungen garantierte Kunstfreiheit in die Beliebigkeit dessen, was als Kunst begriffen wird? Sind existentielle Krisen - wie der Angriffskrieg auf die Ukraine - nicht auch Ausgangspunkte widerständiger künstlerischer Arbeit und innovativer Kunstformen? Und wie reagieren die kunstaffinen Institutionen, Museen, Kunstakademien, Literaturhäuser, Theater?
Begrüßung:
Thomas Bauer-Friedrich, Direktor des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale)
Dr. Alexander Vogt, Oberbürgermeister der Stadt Halle
Wolfgang Holler, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
Impulsvortrag Wolfgang Ullrich: "Die Kunst nach dem Ende ihrer Autonomie"
Wolfgang Ullrich: "Die Kunst nach dem Ende ihrer Autonomie"
Den Vortrag können Sie hier nachlesen (PDF)
Diskussionsrunde:
Wolfgang Ullrich, Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Leipzig,
Durs Grünbein, Lyriker, Essayist und Übersetzer Berlin
Im Anschluss Einladung zum weiterführenden Gespräch
Mit freundlicher Unterstützung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale)
Foto oben: Innenhof Kunstmuseum Moritzburg, im Vordergrund: Installation von Andreas Siekmann im Rahmen der aktuellen Ausstellung Planetarische Bauten (bis 14.09.2025)



