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Porträt Hans Nadler

Denkmalpflege im gesellschaftlichen Wandel - Das Vermächtnis des Sächsischen Landeskonservators Hans Nadler (1910‒2005)

| Diskussion
Landesamt für Denkmalpflege, Ständehaus, Schloßpl. 1, 01067 Dresden

Wegbegleiter, Historiker und Kulturwissenschaftler erinnerten an den Denkmalpfleger Hans Nadler, der als sächsischer Landeskonservator die Denkmallandschaft Sachsens prägte. Mit Diplomatie und Pragmatismus gelang es dem Chefkonservator der Dresdner Arbeitsstelle des Instituts für Denkmalpflege, die kulturellen Schätze des Landes zu bewahren. Von welchen Lehren Hans Nadlers ließe sich angesichts der neuen Aufgaben in der Stadtplanung und in den sächsischen Kommunen heute stärker profitieren?

Programm

18.30 Uhr   Begrüßung
Alf Furkert, Sächsischer Landeskonservator
Prof. Dr. Wolfgang Holler, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste

18.45 Uhr   Aus der Biografie und zum Nachlass Hans Nadlers
Dr. Sebastian Rick, Historiker und Buchautor
Silke Kosbab, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

19.15 Uhr   Podium »Erinnerungen an Hans Nadler«
Gisela Rudat, Tochter Hans Nadlers
Dr. Erika Eschebach, Freundin der Familie Hans Nadler
Thomas Noky, ehemaliger Student und Fachkollege Hans Nadlers

Moderation:
Dr. Torsten Sander, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

19.45 Uhr   Hans Nadler in Bild und Ton
Bildaufnahmen von Ernst Hirsch

20.00 Uhr   Podium »Denkmalpflege im gesellschaftlichen Wandel«
Alf Furkert, Sächsischer Landeskonservator
Baubürgermeister Stephan Kühn, Landeshauptstadt Dresden
Dr. Franziska Herborn, Technische Universität Dresden

Moderation:
Prof. Thomas Will, Sächsische Akademie der Künste
 

Hans Nadler, dessen Geburtstag sich am 1. Juli 2025 zum 115. Mal jährte, prägte als sächsischer Landeskonservator die Denkmallandschaft Sachsens. Mit Klugheit und Geschick bewahrte er auch in schwierigen Zeiten über Jahrzehnte hinweg die kulturellen Schätze des Landes. Aus diesem Anlass erinnern das Landesamt für Denkmalpflege und die Sächsische Akademie der Künste, deren Ehrenmitglied Hans Nadler war, an den Architekten, Bauhistoriker und Denkmalpfleger. Dessen Achtung galt sowohl dem zu erhaltenden Original als auch »all jenen freiwilligen Helfern und Mitarbeitern, die sich schützend vor die Monumente stellen, damit sie uns und der Nachwelt erhalten bleiben.« (Hans Nadler, 1986)

Geboren 1910 in Dresden, studierte er an der Technischen Hochschule in Dresden Architektur. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg begann er 1945 im Landesamt für Denkmalpflege in Dresden zu arbeiten. 1949 wurde er zum Sächsischen Landeskonservator berufen. Nach der Auflösung der Länder und Bildung der Bezirke in der DDR war er von 1952 bis 1982 Chefkonservator der Dresdner Arbeitsstelle des Instituts für Denkmalpflege.

Diplomatisch und pragmatisch füllte er über drei Jahrzehnte diese Funktion aus. Höchsten Respekt nötigt ab, wie er die Herausforderungen der DDR-Zeit meisterte. Trotz materieller und ideologischer Hürden fand er immer wieder Wege, um Denkmale zu retten, Mitstreiter zu gewinnen und zu begeistern. Sein Erfindungsreichtum und sein Humor halfen ihm, auch nach Rückschlägen als »zweiter Sieger« die Arbeit beharrlich fortzusetzen. Ungeachtet der Verkleinerung der Zuständigkeiten durch neue Bezirksstrukturen in der DDR sicherte er die Fortführung des Instituts für Denkmalpflege mit nahezu unveränderten Zuständigkeiten. Zusammen mit vielen Verbündeten setzte er sich dafür ein, dass das unverwechselbare Gesicht vieler Städte und Dörfer in Sachsen erhalten blieb oder wiederhergestellt werden konnte. Bad Muskau, Elsterwerda, Rodewisch, Görlitz, Dresden und Torgau verliehen ihm die Ehrenbürgerwürde. Sein Motto lautete: »Was den Dresdnern der Zwinger, das bedeutet den Dippoldiswaldern ihre Postmeilensäule.« Viele Menschen ließen sich anstecken von seinem Enthusiasmus und engagierten sich ehrenamtlich in der Denkmalpflege. Dankbar durfte er erleben, dass die Bemühungen um die Erhaltung von Kriegsruinen nicht unnütz waren, etwa bei der Einweihung der Dresdner Semperoper 1985.

Seine Leistungen wurden vielfach gewürdigt: 1978 mit dem Europa-Preis für Denkmalpflege, 1985 mit dem Karl-Friedrich-Schinkel-Ring des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz und 1993 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. 1997 ehrte ihn der Freistaat Sachsen mit dem Verdienstorden. 2001 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft in der Sächsischen Akademie der Künste.

Veranstaltung in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege.