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Transitionen. Zu Wirkungen gesellschaftlicher Umbrüche im künstlerischen Werk
Anlass des Symposiums war die Gruppenausstellung »Transitionen. Zu Wirkungen gesellschaftlicher Umbrüche im künstlerischen Werk« (26. Oktober 2024 bis 2. März 2025), die in der Motorenhalle des riesa efau über 50 Gemälde, Arbeiten auf Papier sowie Plastiken und Skulpturen von 15 Künstlern und Künstlerinnen mit biografischem Bezug zu Dresden aus den 1980er- und 1990er-Jahren zeigte. Am 7. und 8. Februar 2025 trafen sich Kunstwissenschaftler, Historiker, Soziologen sowie Kunstschaffende in der Motorenhalle zu einem öffentlichen Symposium und diskutieren gemeinsam aktuelle Perspektiven auf das Thema der Ausstellung.
Die Ausstellung war eine Kooperation von riesa efau / Motorenhalle Dresden und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit der Kustodie der TU Dresden. Die Sächsische Akademie der Künste beteiligte sich als Kooperationspartner am Symposium.
Ausgangspunkt ist die Zeit um 1989/90: Plötzlich steht die Gesellschaft Kopf. Was gerade noch galt, ist obsolet. Kunst, soeben noch wichtig, wird angesichts des gesamtgesellschaftlichen Umbruchs zur Nebensache - für die meisten. Einige haben das Land bereits in Richtung einer völlig anderen Gesellschaft gen Westen - in ein etabliertes föderales und kapitalistisches System verlassen. Diejenigen, die blieben, erleben nun ebenfalls einen grundlegenden Systemwechsel mit tiefgreifenden Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Positive wie negative Reibungspunkte - für viele die Legitimationsgrundlage für politische Haltungen und künstlerische Praxen - verlieren von einem Tag auf den anderen ihre Gültigkeit.
Die Ausstellung »Transitionen« fragte danach, wie eine derart folgenschwere gesellschaftspolitische Umwälzung als plötzliche Zäsur das Werk und die Praxis von Künstlern und Künstlerinnen unmittelbar prägt und verändert. Welche Relevanz hatten die langen Transformationsjahre seit 1989/90? Lässt sich eine Entwicklung des künstlerischen Werks überhaupt unabhängig von äußeren Einflüssen nachvollziehen? Beispielhaft wurden jeweils Werke aus den 1980er-, den 1990er- sowie zur biografischen Erweiterung aus den frühen 2000er-Jahren schlaglichtartig beleuchtet. Die umfangreiche Präsentation ermöglichte es, damit Zeitläufe in einer Zusammenschau vergleichend zu erleben. Im Begleitprogramm zur Ausstellung kamen die Künstlerinnen und Künstler ausführlich persönlich zu Wort.
Termine:
07.02.2025, 16:00 - 21:00 Uhr
08.02.2025, 10:00 - 18:30 Uhr
Freitag, 7. Februar 2025
Gwendolin Kremer, Silke Wagler, Dr. Frank Eckhardt: Einführung
Dr. Paul Kaiser: Ausbrüche, Sackgassen und Wendeschleifen. Ostdeutsche Kunst und die Prägekraft politischer Systeme
Diskussion
Dr. Kathleen Rosenthal: Ostdeutsche Kunst im westdeutschen Blick: Die Herausbildung westdeutscher Rezeptionsmuster
Diskussion
Dr. Klaus Michael: Das Ende des Undergrounds - Neue Zeitschriften und Verlage in Ostdeutschland nach 1990
Diskussion: Adina Rieckmann im Gespräch mit Gerd Harry "Judy" Lybke
Transitionen und der Umbruch des Kunstsystems: Galerist und Beobachter
Ausklang
Sonnabend, 8. Februar 2025
Dr. Tino Heim: Strukturzwänge – Widersprüche – Eigensinn. Zur ambivalenten Situation Autonomie beanspruchender Künste in den gesellschaftlichen Umbrüchen vor und nach 1989
Diskussion
Astrid Nielsen: Übergänge. Von der Figur zur Abstraktion – zum Umgang mit der Bildhauerei in der DDR und nach der Wende
Diskussion
Uwe Warnke: "Genossen, Coca Cola!" - Ankommen in einer anderen Realität. Transformationsprozesse im Buchkunstbereich nach 1990
Diskussion
Dr. Claus Löser: Von Subversion zu Subvention – Filmischer DDR-Underground und Systemwechsel (mit Bewegtbild-Beispielen)
Diskussion
Dr. Frank Eckhardt im Gespräch mit Dr. Ingrid Koch, Prof. Dr. Wolfgang Holler, Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg: Kontinuität, Umbruch, Neustart – Institutionen in der Transformation
Susanne Altmann: Kontrastprogramm: Kontext Ost. Ein Diskurs über Methoden und Sackgassen
Diskussion
Astrid Nielsen im Gespräch mit Hubertus Giebe und Ralf Kerbach
Gwendolin Kremer, Silke Wagler, Dr. Frank Eckhardt: Resümee
Öffentliche Führung durch die Ausstellung
Tagungsausklang mit informellem Beisammensein
Moderation:
Dr. Frank Eckhardt
Künstler und Kurator
Gwendolin Kremer
Kunsthistorikerin, TU Dresden
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Kunstbesitz / Kuratorische Leiterin Galerie der Kustodie im Görges-Bau
Adina Rieckmann
MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK Anstalt des öffentlichen Rechts Landesfunkhaus Sachsen
Silke Wagler
Leiterin Kunstfonds des Freistaates Sachsen, SKD
Das Symposium wurde ausgerichtet von der Kustodie der TU Dresden, riesa efau, Kultur Forum Dresden und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Kooperation mit der Sächsische Akademie der Künste.

