Archiv-Schaufenster
Archiveinblicke in der Akademie
Alle zwei Jahre ruft der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. (VdA) zu einem bundesweiten Tag der Archive auf. Diese Veranstaltung dient dazu, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die vielfältigen gesellschaftlichen Funktionen der Archive zu lenken und sich als moderne bürgernahe Einrichtungen vorzustellen.
Der diesjährige Tag der Archive bot der Sächsischen Akademie der Künste am 2. März 2024 das erste Mal Gelegenheit, einen Einblick in das seit 2020 fachlich geleitete Akademiearchiv in Dresden zu geben. Archivleiterin Dr. Johanna Aberle stellte zu Beginn den Träger, die Sächsische Akademie der Künste, und ihre rechtlich definierten Aufgaben vor, zu denen u. a. die Einrichtung eines Archivs zählt. Frau Aberle skizzierte den bisherigen Stand des Archivaufbaus und ging auf die weitere Perspektive der Archiventwicklung ein.
Das Archivgut umfasst die Gründung der Sächsischen Akademie der Künste 1996, die Arbeit der Akademie und der Geschäftsstelle, ein analoges und digitales Foto-, Ton- und Filmarchiv mit Aufnahmen von Veranstaltungen, Projekten, Tagungen, Ausstellungen und Konzerten der Akademie und von deren Mitgliedern sowie Filmporträts insbesondere von Gründungsmitgliedern der Akademie. Seit 2022 werden auch Vor- und Nachlässe von Mitgliedern übernommen.
Besonderes Interesse zeigten die Besucher an den präsentierten Archivalien, darunter Fotos von der Berufung der Gründungsmitglieder am 23. Januar 1996, Unterschriftenlisten der Gründungsmitglieder, Stellungnahmen und Entwürfe des Architekten und Akademiemitglieds Wolfgang Hänsch, die von 2003 bis 2009 im Zusammenhang mit dem Umbau des Kulturpalastes in Dresden entstanden sind. Aus dem Nachlass des 2022 verstorbenen Künstlers und Akademiemitglieds Eberhard Göschel wurden Einladungen zu Ausstellungseröffnungen und Fotos der Obergrabenpresse aus den Jahren 1981-1982 gezeigt.
Außerdem wurde eine Auswahl aus dem Kunstbestand der Akademie präsentiert, darunter Holzschnitte von Peter Herrmann aus der Mappe „Fürstenauer Blätter“ von 1981, Graphik aus der 1999 entstandenen Graphik-Edition „Gleichnisse. Johann Wolfgang von Goethe zum 250. Geburtstag gewidmet von Mitgliedern der Sächsischen Akademie der Künste“ sowie von Max Uhlig die Signet-Entwürfe für die Sächsische Akademie der Künste aus dem Jahr 2001.
Zuletzt war ein Blick in den Archivraum möglich, in dem das Archiv- und Sammlungsgut bei konservatorisch guten Bedingungen - trocken, kühl und dunkel - lagert, auch wenn mittelfristig eine Kapazitätserweiterung nötig wird. In den Gesprächen mit interessierten Besuchern und Fachkollegen wurden Fragen zum Sammlungs- und Dokumentationsprofil, den Nutzungsmöglichkeiten, zur Digitalisierungsstrategie sowie zum Verhältnis des Archivs zu anderen Institutionen wie z. B. dem Archiv der Avantgarden gestellt. Die Teilnehmerreaktionen zeigten, dass das Akademiearchiv trotz seiner noch jungen Geschichte in seiner Besonderheit wahrgenommen und wertgeschätzt wird.



