Archiv-Schaufenster
"Der Gedankenkreis weitet sich" - Die ersten Versammlungen der Sächsischen Akademie der Künste
Folge 2 Archivschaufenster - 30 Jahre Sächsische Akademie der Künste
Die versammelten Künstler verschiedener Sparten hofften, man könne "endlich über Inhalte der Kunst, nicht nur über Geld reden." Worüber haben die Gründungsmitglieder vor 30 Jahren in den ersten beiden konstituierenden Sitzungen der Sächsischen Akademie der Künste debattiert? Was war zu tun, um die Grundlagen für die weitere Arbeit der Akademie zu legen?
Die Mitglieder folgten dabei den Festlegungen im Gesetz über die Errichtung der Sächsischen Akademie der Künste (SächsAKG) vom 24. Mai 1994: Die Anzahl der Mitglieder war auf 50 zu erhöhen, Strukturen und Abläufe in einer Satzung zu regeln. In einer weiteren konstituierenden Sitzung sollte die Satzung beschlossen und ein Präsident und Vizepräsident gewählt werden. Mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst galt es außerdem, einen Standort zu finden und die Geschäftsstelle aufzubauen.
Nach ihrer Berufung am 23. Januar 1996 wurden einige der Gründungsmitglieder zu ihren Erwartungen an die ersten bevorstehenden Zusammenkünfte der Sächsischen Akademie der Künste befragt. „Wir haben uns darüber verständigt, dass die erste Sitzung gleich zu inhaltlichen Fragen stattfindet. Mir graust vor einer Sitzung nur zu Verfahrensfragen.“ (Joachim Herz, in: Sächsische Zeitung, 25. Januar 1996, Interview Dr. Vera Kliemann). Dieter Görne meinte: „Bei den unterschiedlichen Persönlichkeiten kann es auch zu konträren Meinungen kommen. Hart an der Sache, fair im Umgang, so stelle ich es mir vor. Ein Thema müsste der Stellenwert der Kunst im Gesellschafts- und Wirtschaftsgefüge sein. Es wäre schön, wenn wir endlich über Inhalte der Kunst, nicht nur über Geld reden könnten.“ Peter Schreier war es wichtig, „mit Kollegen der anderen Kunstgattungen zusammenzutreffen. Der Gedankenkreis weitet sich. Wir sollten vor allem Möglichkeiten ausschöpfen, um an junge Menschen heranzukommen, auch über die Hochschulen hinaus. Ein Alt-Herren-Verein dürfen wir auf keinen Fall sein. Darauf wäre bei der Zuwahl der neuen Mitglieder zu achten.“
Die Gründungsversammlung, in die wir Ihnen im Folgenden Einblick geben, fand am 29. Februar 1996 in Begleitung des Ministerialdirigenten Dr. Reiner Zimmermann - in Vertretung des Staatsministers Prof. Meyer - und des Referenten Dirk Burghardt mit 24 Mitgliedern im Vortragssaal des Landesamtes für Denkmalpflege statt. Die Tagungsleitung hatte Friedrich Dieckmann inne.
Quellen
Aus dem Anfangsjahr der Akademie liegen kaum Dokumente im Akademiearchiv vor. Aufschlussreich ist das von Friedrich Dieckmann am 9. März erstellte Protokoll der Sitzung. Anwesend waren „die Koll. Behnisch, Dieckmann, Engel, Förster, Görne, Gülke, Herz, Hänsch, Jentzsch, Junge, Krauß, Kulka, Kunze, Magirius, Morgner, Neubert, Schmidt, Schölzel, Thiele, Trauzettel, UhIig, Wandtke, Ingo Zimmermann, Udo Zimmermann.“ Gerda Lepke, Günter Behnisch und Hanne Wandtke waren zeitweilig anwesend.
Im Protokoll ist auch festgehalten: „Mit Zustimmung der Versammlung erteilte Koll. Dieckmann dem Berliner Filmteam Zeitzeugen TV / Film- und Fernsehproduktion GmbH die Genehmigung, zu Archiv- bzw. Dokumentationszwecken Aufnahmen von der Tagung zu machen.“ Dank dieses wenn auch lückenhaften Videodokuments lässt sich das Protokoll quellenkritisch würdigen. Darüber hinaus erhält man einen Eindruck des von großer Ernsthaftigkeit getragenen Gründungsimpulses der Akademie.
Sitz der Akademie
Der Ministerialdirigent informierte „über Finanzverhältnisse und den künftigen Sitz der Akademie, für den das sogenannte Blockhaus am Neustädter Markt, ein wiederhergestellter Barockbau, der einst das sächsische Kriegsministerium beherbergte, vorgesehen ist.“ (Protokoll vom 9. März 1996). Im Grunde benötige die Akademie ein Schloss, meinte Reiner Zimmermann. Dem Vorschlag des Sächsischen Finanzministeriums, für die Akademie einen Teil des gerade im Umbau befindlichen Blockhauses zur Verfügung zu stellen, habe er sofort zugestimmt, „weil ja dort ein Plenumssaal drin ist“ (Reiner Zimmermann im Video). Die Mitglieder waren mit diesem Vorschlag einverstanden, der Beschluss dazu wurde in der darauffolgenden Versammlung gefasst.
Reiner Zimmermann bezeichnete seine Rolle und die des Staatsministers als Geburtshelfer der Akademie, die sich nun allmählich zurückzögen, wenn die Akademie als Körperschaft des öffentlichen Rechts ihre selbständige Arbeitsweise begonnen habe. Er gab den Anwesenden noch die Verwaltungsaufgaben auf den Weg, mit denen die Sächsische Akademie der Künste an die Vorschriften des Freistaates gebunden ist: Dazu gehörte die Formulierung einer Raumanforderung beim Sächsischen Finanzministerium, die Besetzung der Geschäftsstelle, die Benennung eines Ansprechpartners für Medienanfragen und die regelmäßige Abgabe eines Wirtschaftsplanentwurfs und Verwendungsnachweises. Reiner Zimmermann zeigte sich überzeugt, dass die Akademie ein wichtiger Faktor im Kulturleben des Freistaates Sachsen sein werde.
„Die Risiken zu minimieren, dazu sind Satzungen da“ (Friedrich Dieckmann)
Den größten Raum nahm die Diskussion des Satzungsentwurfs ein, den der Gründungsausschuss von 1993 vorbereitet hatte. Die Diskussion begann mit der Präambel, die dazu neige, etwas barock zu geraten, wie Friedrich Dieckmann zugab, um möglichst umfassend alle Ziele und Aufgaben abzudecken. In der Formulierung der Akademieaufgabe, „wie deutsche Kultur in ihrer internationalen Verflechtung zum Verbund der Gesellschaft beitragen kann, “ sah Joachim Herz ein Streben nach Konformismus. Verbund bedeute jedoch nicht Einhelligkeit, sondern Zusammenhalt der Gesellschaft, erwiderte Friedrich-Wilhelm Junge. Die Gesellschaft sei im Begriff, sich immer weiter auseinanderzudividieren. Es werde kaum noch miteinander gesprochen. Die Akademie müsse Verbindungslinien schaffen, so Junge, ein Netzwerk der Kommunikation und der Ermöglichung werden und so zum Verbund der Gesellschaft mit Gesprächen beitragen. Auch Dieckmann sah die gegenwärtige Gesellschaft von immer mehr dissoziativen Kräften bestimmt.
Archiv
Wieland Förster regte an, dass ein Archivwissenschaftler die Akademie von Anfang an begleite, denn im Gesetz über die Errichtung der Sächsischen Akademie der Künste war festgelegt worden, dass die Akademie ein Archiv anlegt, in dem sie ihre eigene Arbeit und die ihrer Mitglieder dokumentiert (SächsAKG vom 24. Mai 1994, §2 Abs. 2). Friedrich Dieckmann verwies auf den zu wählenden Vorstand der Akademie - Präsident, Vizepräsident und die künftigen Sekretäre der Klassen - dem man diese Frage zukünftig übertragen könne. Die personelle Einrichtung einer Archivstelle der Sächsischen Akademie der Künste erfolgte dann 2020, mehr als 20 Jahre nach Gründung der Akademie.
Klassen
Diskutiert wurde im Weiteren das Profil einzelner Klassen. So wurde die Bezeichnung der Klasse Darstellende Kunst durch den Zusatz „und Film“ ergänzt. Damit verband sich die von Ingo Zimmermann geäußerte Hoffnung, zukünftig die Möglichkeit zur Gründung einer weiteren Klasse Medienkunst zu haben. Außerdem wurde auf Vorschlag Dieckmanns beschlossen, „und Sprachpflege“ an die Bezeichnung der Klasse Literatur anzufügen, um eine Mitsprache bei Plänen einer Rechtschreibreform oder auf dem Gebiet der Volksbildung zu rechtfertigen. Das Protokoll hält auch fest: „Im späteren Verlauf der Sitzung wies Koll. Ingo Zimmermann darauf hin, dass Sprachpflege nach Art. 5 der sächsischen Verfassung auch die Pflege der sorbischen Sprache umfasse, was die Wahl eines sorbischen Mitglieds spezifisch nahelege.“ 1996 wurde dann auch der sorbische Schriftsteller Kito Lorenc zum Ordentlichen Mitglied gewählt.
Die Diskussion über die Häufigkeit der Zuwahlen neuer Mitglieder erbrachte eine Mehrheit für einen Turnus von zwei statt drei Jahren und ein wesentliches Mitspracherecht der Klassen bei den Wahlvorschlägen.
Wahlen
Die Ergebnisse dieser ersten Versammlung teilte Dieckmann in einem Bericht am 7. März 1996 an Staatsminister Meyer mit: die Beschlussfähigkeit, die beschlossenen Änderungen des Satzungsentwurfs der Akademie, die Zuwahlergebnisse sowie den Termin und die Tagesordnung der zweiten konstituierenden Versammlung am 6. Mai 1996.
Neunundzwanzig ordentliche und zwei Ehrenmitglieder erhielten in der Wahl vom 29. Februar 1996 eine Zweidrittelmehrheit:
- in der Klasse Baukunst: Joachim Schürmann, Axel Schultes, Tom Sieverts, Winfried Sziegoleit, Carlo Weber
- in der Klasse Bildende Kunst: Georg Baselitz, Carlfriedrich Claus, Hartwig Ebersbach, Eberhard Göschel, Gotthard Graubner, A. R. Penck
- in der Klasse Darstellende Kunst und Film: Egon Günther, Regina Jeske, Sigrid KehI, Peter Konwitschny, Irina Pauls, Andreas Reinhardt
- in der Klasse Literatur und Sprachpflege: Volker Braun, Horst Drescher, Wolfgang Hilbig, Erich Loest, Kito Lorenc, Martin Walser
- in der Klasse Musik: Theo Adam, Georg Christoph Biller, Friedrich Goldmann, Jörg Herchet, Wilfried Krätzschmar, Peter Rösel
- Ehrenmitglieder: Hans Mayer und Theodor Rosenhauer
Von der Zuwahl benachrichtigt haben Georg Baselitz und A. R. Penck die Mitgliedschaft in der Akademie nicht angenommen.
Warum braucht Sachsen eine Akademie der Künste?
Diese Frage stellte Uta Kolano von Zeitzeugen TV nach der Sitzung an Wieland Förster, Friedrich Dieckmann und Angela Krauß. Die Frage wurde von allen drei Mitgliedern zurückgegeben: Warum hat das von Kultur und Kunst geprägte Sachsen nicht schon längst eine solche Akademie der Künste? Die Berlin-Brandenburgische und „deutsche Groß-Akademie“ könne die künstlerischen Interessen und anstehenden Fragen in Sachsen nicht wahrnehmen (Wieland Förster). Angela Krauß meinte, in solch einer Akademie müsse grundsätzlich über Kunst und Kultur geredet werden und zwar nicht nur im Zusammenhang mit Geld. Hier seien Künstler, die über ihre Arbeit reden und Grundfragen, die sich aus ihrer Arbeit ergäben und die jeden Menschen angehen. Das seien auch Grundfragen des Lebens: Wie füllt man sein Leben aus, wofür ist man da? Auf die Frage des Filmteams, warum ein Engagement in der Akademie der Künste Berlin nicht ausreiche, bezog sich Krauß noch einmal auf die besondere Kulturgeschichte Sachsens. Wichtig sei ihr auch, dass die Arbeit in einer neu gegründeten Akademie konkreter werden könne. Sie erhoffe sich stimulierende Kontakte mit Kollegen aus anderen Kunstgattungen, und dass sich daraus auch etwas für den Auftritt in der Öffentlichkeit ergäbe.
Nach der geringen Repräsentanz von Frauen in der Akademie befragt, antwortete Friedrich Dieckmann: „Das ist ein Problem unserer Gesellschaft insgesamt und eine Akademie wird nicht gewaltsam ausscheren können aus den Verhältnissen einer Arbeitsteilung, hinter denen viele Jahrhunderte stehen. Das ist nicht im ersten Anlauf zu überwinden, das ist auch nicht durch Quotenregelungen zu überwinden. Im Gegenteil - mit Quotenregelungen gewaltsamer Art würde man die Arbeit der Frauen, ich will nicht sagen herabsetzen, aber sie in ein falsches Licht setzen. Ich bin sicher, dass sich bei den Zuwahlen, die wir heute vornehmen, dieses Verhältnis zugunsten des Anteils der Frauen sachgerecht, kunstgerecht ändern wird.“ Bis auf die Klasse Darstellende Kunst und Film, die eine geschlechtergerechte Erweiterung mit drei Frauen und drei Männern vorschlug, wählten die anderen Klassen indessen ausschließlich Männer hinzu. Heute hat die Sächsische Akademie der Künste 185 Mitglieder, darunter 50 Frauen.
Die zweite konstituierende Versammlung
Am Montag, dem 6. Mai 1996 fand die zweite konstituierende Mitgliederversammlung in den Räumen des Landesamtes für Archäologie im Japanischen Palais Dresden statt. Zuvor sollten die am 29. Februar 1996 hinzugewählten Mitglieder ihre Ernennungsurkunden aus den Händen des Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf erhalten. Wegen anderer Termine des Ministerpräsidenten stand dafür nur ein schmales Zeitfenster von 8.30-9.00 Uhr in dem als „Kirche“ benannten Raum 257 der Sächsischen Staatskanzlei zur Verfügung.
Bei der anschließenden Tagung im Japanischen Palais erläuterte Friedrich Dieckmann erneut den Satzungsentwurf, der von den 46 Anwesenden in offener Abstimmung einstimmig angenommen wurde. Im Tagungsprotokoll vom 4. Juni 1996 heißt es zur Wahl des Präsidenten und Vizepräsidenten: „Herr Prof. Förster schlägt als Präsidenten Herrn Prof. Schmidt vor und verliest die Begründung. Herr Prof. Trauzettel unterstützt diesen Vorschlag. Weitere Vorschläge gibt es nicht.“ Werner Schmidt wird mit nur einer Gegenstimme gewählt. „Als Vizepräsidenten schlägt Herr Junge Herrn Dieckmann vor. Herr Prof. Schmidt unterstützt diesen Vorschlag.“ Friedrich Dieckmann erhielt bis auf eine Enthaltung nur Zustimmungen.
Zur Beratung und zur geheimen Wahl der Sekretäre traten die einzelnen Klassen gesondert in verschiedenen Räumen zusammen und gaben anschließend im Plenum die Wahlergebnisse bekannt:
- Klasse Architektur – Sekretär: Günter Behnisch, Stellvertreter: Carlo Weber
- Klasse Bildende Kunst – Sekretär: Eberhard Göschel, Stellvertreter: Max Uhlig
- Klasse Darstellende Kunst und Film – Sekretär: Friedrich-Wilhelm Junge, Stellvertreter: Dieter Görne
- KIasse Literatur und Sprachpflege – Sekretär: Horst Drescher, Stellvertreter: Angela Krauß
- Klasse Musik – Sekretär: Peter Gülke, Stellvertreter: Günter Neubert.
Debatten und Anregungen
In diesen und allen künftigen Sitzungen wurde die Frage der unzureichenden Ausstattung der Akademie diskutiert, da es höherer Mittel bedurfte, um den Anspruch der in Satzung und im Gründungsgesetz niedergelegten Aufgaben zu erfüllen: die Kunst zu fördern, Vorschläge zu ihrer Förderung zu machen, die Überlieferungen des traditionellen sächsischen Kulturraums zu pflegen, ein Archiv zu führen und öffentliche Wirksamkeit zu entfalten (Gründungsgesetz) und die Öffentlichkeit über neue Entwicklungen in den Künsten bekannt zu machen (Satzung).
Die Mitglieder diskutierten die Rolle der Akademie zwischen Staatsnähe und Unabhängigkeit. Während Günter Behnisch Distanz zum Staat mahnte, betonten andere die Notwendigkeit staatlicher Förderung und Mitwirkung in Gremien. Nachgedacht wurde außerdem über die Errichtung eines Akademiepreises und die Dokumentation der Arbeit in Form von Jahrbüchern.
Für die Klasse Baukunst legte Günter Behnisch dar „dass die Klasse entsprechend ihrer Struktur nur wenige Möglichkeiten zu praktischer Wirksamkeit in der Öffentlichkeit sieht. Sie möchte Zusammenhänge, z.B. im Umgang mit der Landschaft, als Anregungen deutlich machen und Persönlichkeiten heranziehen, die den regionalen Kulturkreis erweitern, etwa nach PoIen, Tschechien oder Österreich.“ Behnischs Warnung vor der Gefahr vor zu großer Staatsnähe widersprach Friedrich-Wilhelm Junge für die Klasse Darstellende Kunst und Film: „Herr Junge hält die Zusammenarbeit mit dem Staat für notwendig, zumal die darstellende Kunst von Zuwendungen des Staates abhängig ist. Im November 1996 sei eine Klassensitzung gemeinsam mit einem Vertreter der Regierung geplant. Die Akademie müsse sich für den Erhalt der Wirkungsstätten der Künstler einsetzen. Sie solle Anregungen zum Umgang mit den Medien und zur musischen Bildung der Jugend geben.“
Eberhard Göschel, Klasse Bildende Kunst, sprach sich dafür aus: „dass die Akademie auch mit entsprechenden Mitteln ausgestattet werden muss, und nennt als praktische Wirkungsmöglichkeiten: Ausstellungen der Akademie im Georgenbau des Dresdner Schlosses, Mitwirkung der Akademie bei Entscheidungen über wichtige öffentliche Projekte in allen kulturellen Bereichen, z. B. durch Entsendung von Vertretern in Kommissionen, Sitz und Stimme in Berufungskommissionen für führende Positionen künstlerischer Institutionen in Land Sachsen, Errichtung eines Kunstpreises für bildende KünstIer.“
Hanne Wandtke erklärt, aktuelles Hauptthema in der Darstellenden Kunst sei die Schließung des Tanztheaters von Irina Pauls. Herr Engel fordert Zusammenarbeit mit der Presse gegen den Abbau von Kultureinrichtungen in Sachsen, so der Musikalischen Komödie und des Tanztheaters in Leipzig.“ Weitere Mitglieder sprechen sich für bzw. gegen Gremienmitarbeit aus und halten die Veröffentlichung von Stellungnahmen der Akademie und die Pressearbeit für besonders wichtig. Eine Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde erst 2006 auf Abordnungsbasis besetzt, ab 2009 dann dauerhaft mit einer halben Stelle eingerichtet.
Aus der Klasse Literatur schlägt Horst Drescher ein Jahrbuch der Akademie vor; Ingo Zimmermann weist auf das Thema "Romantik" der Dresdner Musikfestspiele 1998 und auf den 200. Geburtstag von König Johann im Jahr 2001 hin.
Der Sekretär der Klasse Musik Peter Gülke „bestätigt die Notwendigkeit für die Ensembles von Bautzen, Görlitz oder Zittau einzutreten und ein Jahrbuch der Akademie mit einem Redaktionskollegium herauszugeben. Er gibt zu bedenken, ob der Preis der Akademie unter den Klassen wechselnd vergeben werden solle.“
Dieckmann und Georg Christoph Biller sprechen sich für die Ausrichtung der Mitgliederversammlungen durch einzelne Klassen aus. Das fand Zustimmung, die nächste Versammlung sollte am 2./3. November 1996 in Leipzig stattfinden und den Belangen aus Darstellender Kunst und Film sowie Musik gewidmet sein.
Die Akademie als neuer kulturpolitischer Akteur im Freistaat Sachsen wurde von den Mitgliedern mitten in Europa verortet und als Anreger und kulturpolitischer Berater verstanden. Ein wichtiges Anliegen vor 30 Jahren war den Mitgliedern der Erhalt der bedrohten Theater- und Museumslandschaft in Sachsen. Wie gingen sie dabei vor? Welche Resolutionen und Initiativen gab es noch? Welche Themen prägten die ersten öffentlichen Veranstaltungen und Zusammenkünfte? Die nächsten Archiv-Schaufenster aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums der Akademie werden darüber Auskunft geben.




