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Programm

Porträt Dana von Suffrin, Preisverleihung Chamisso-Preis 2025, Foto: Klaus Michael

Chamisso-Poetikdozentur I mit Dana von Suffrin: Streiten, bis das Essen kommt - Die Erfindung der Familie

| Vortrag und Diskussion
Sächsische Akademie der Künste, Palaisplatz 3, 01097 Dresden

Dana von Suffrin wurde 1985 in München in einer jüdisch-deutschen Familie geboren und lebt heute als freie Autorin in München. Ihre Texte stehen mit ihrem Humor in der Tradition eines internationalen jüdischen Erzählens, das die Schrecken der Geschichte niemals vergisst. 2025 erhielt sie den Chamisso-Preis, der vom Verein Bildung und Gesellschaft e.V. und der Sächsischen Akademie der Künste gemeinsam verliehen wird. Mit dem Preis verbunden sind zwei Poetikvorlesungen, die die Schriftstellerin in der Sächsischen Akademie der Künste halten wird.

"Für eine Schriftstellerin ist die Familie ein idealer Gegenstand, zumindest die unglückliche Familie, der niemand entkommen kann. Außerdem spiegeln sich alle großen gesellschaftlichen und politischen Prozesse in der Familiengeschichte und im Familienalltag wider. Wenn ich Familie, und noch dazu eine jüdische, in den Mittelpunkt eines Textes stelle, kann ich sogar einer klassischen Dramaturgie - die mit einem Leben sowieso nichts zu tun hat - entkommen. In der ersten Poetikvorlesung wollen wir über Politik, Familien, Familienmitglieder, Rollenbilder, Streit und Haustiere sprechen - also über alles." (Dana von Suffrin)

Einführung und Moderation:
Dr. Katrin Schumacher, Literaturredakteurin Hauptredaktion Kultur MDR
Lesung: Dana von Suffrin, Schriftstellerin München
Im Anschluss Gespräch: Dana von Suffrin und Dr. Katrin Schumacher

Dienstag, 25. November 2025, 19 Uhr, Sächsische Akademie der Künste
Zweite Vorlesung der Chamisso-Poetikdozentur mit Dana von Suffrin:
"Entschuldigung, dass ich Sie zum Lachen gebracht habe"

Dana von Suffrin widmet sich in ihren Büchern der Geschichte der Juden und des Antisemitismus in Mitteleuropa. Mit ihren Familienromanen Otto (2019) und Nochmal von vorne (2024) bringt sie die Erfahrung der Shoah und der Migration, die Fragen von Schuld, auch der Überlebenden, aber auch die Schikanen gegen Juden nach 1945 im kommunistischen Rumänien in die deutschsprachige Literatur ein.  Die beiden Romane erzählen von Vater-Töchter-, und von Geschwister-Beziehungen, von jüdisch-deutschen Ehen, von der Last der Vergangenheit, von Streit und Sprachlosigkeit in der Familie – und von der beharrlichen Liebe, die dennoch solch schwierige Beziehungen prägt. Die Texte von Dana von Suffrin stehen mit ihrem Humor in der Tradition eines internationalen jüdischen Erzählens, das die Schrecken der Geschichte niemals vergisst.

Dana von Suffrin wurde 1985 in München in einer jüdisch-deutschen Familie geboren. Sie promovierte 2017 über die Wissenschaftsgeschichte im Jischuw. Heute lebt sie als freie Autorin in München und hat neben ihren Romanen auch ein Hörspiel und 2024 als Herausgeberin von "Wir schon wieder" eine Anthologie zeitgenössischer jüdischer Erzählungen veröffentlicht.

Mitglieder der Jury des Chamisso-Preises 2025 waren für den Verein Bildung und Gesellschaft Prof. Dr. Walter Schmitz, Verein Bildung und Gesellschaft; Dr. Jutta Weber, Internationale Chamisso-Gesellschaft Berlin; Anne-Dore Krohn, Literaturredakteurin rbb und für die Sächsische Akademie der Künste Prof. Dr. Wolfgang Holler, Präsident der SAK, Dr. Christian Lehnert, Schriftsteller und Theologe, Mitglied der Klasse Literatur und Sprachpflege, Róža Domašcyna, Schriftstellerin, Mitglied der Klasse Literatur und Sprachpflege.

Der Chamisso-Preis Dresden wurde 2017 neu gestiftet und wird von dem gemeinnützigen Verein Bildung und Gesellschaft e.V. / Dresden gemeinsam mit der Sächsischen Akademie der Künste verliehen. Die Förderer des Chamisso-Preises 2024/2025 waren die C.H.Beck Kulturstiftung / München, das Forum Tiberius – Internationales Forum für Kultur und Wirtschaft e.V., die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Dresden, die Internationale Chamisso-Gesellschaft Berlin e.V. und die Sächsische Aufbaubank – Förderbank