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Programm

Marcel Beyer liest beim Mini-Festival „Aurafallen“, Sächsische Akademie der Künste 2.10.2015; Foto: Klaus Michael

"Was ist Aufklärung heute?" Lessingpreis 2019

| Lesung und Gespräch
Sächsische Akademie der Künste, Palaisplatz 3, 01097 Dresden

Lesung und Gespräch mit dem Schriftsteller Marcel Beyer, Preisträger des Lessingpreises des Freistaates Sachsen 2019, und dem Medien- und Konzeptkünstler Olaf Nicolai (Laudator) am Vorabend der Preisverleihung. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die Frage nach der Aktualität der Aufklärung. Was ist Aufklärung heute? Wie steht es heute um die zentralen Ideen Lessings, den Humanismus und den Toleranzgedanken?

Preisträger des Lessingpreises des Freistaates Sachsen 2019 ist der seit 1996 in Dresden lebende Lyriker, Romancier, Hörspiel-Autor und Opern-Librettist, Essayist und Herausgeber Marcel Beyer. Der mit 13.000 Euro dotierte Preis wird am 19. Januar im sächsischen Kamenz während der Lessingtage übergeben. Mit dem Lessing-Preis zeichnet der Freistaat Sachsen Persönlichkeiten aus, deren Werk in der von Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) geprägten geistigen Tradition steht und die für die deutschsprachige Literatur oder das deutschsprachige Theater Herausragendes geleistet haben. Beyer erweise sich „in einer Prosa feinster Andeutungen als meisterhafter Beobachter menschlicher Lebensläufe“, in denen deutsche Geschichte sichtbar werde, teilte das sächsische Kunstministerium in Dresden mit. Sein wohl erfolgreichster Roman „Kaltenburg“ (2008) werde zu Recht dafür gerühmt. (aus der Pressemitteilung des SMWK)

Marcel Beyer nimmt die Frage nach der geistigen Situation der Zeit auf und fragt angesichts aktueller Gefährdungen der Sprache: „An welcher letzten Grenze kommt das Menschliche abhanden?“ Unter diesem Titel veröffentlichte Marcel Beyer einen Essay (FAZ 07.06.2018), der im Rahmen der Reihe "Baustelle Demokratie" der Sächsischen Akademie der Künste 2019 auch in Buchform erscheint. Beyer ist dabei den Unterzeichnern der sogenannten Erklärung 2018 auf der Spur, die auch Schriftsteller unterzeichnet haben. "Ich hatte jetzt in den letzten vier, fünf Jahren, da der Ton, der öffentliche Ton auch immer rauer wurde, immer wieder das Gefühl, ich muss mich eigentlich abgrenzen gegen die Sprache da draußen, und das ist etwas, was mir als Schriftsteller nicht behagt." (Marcel Beyer im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur, 1.10.2018)