Archiv-Schaufenster
25 Jahre Hildegard und Hans Theo Richter-Stiftung
Am 28. Oktober 1997 wurde auf Initiative von Hildegard Richter in Dresden eine Stiftung bürgerlichen Rechts zur Pflege des künstlerischen Werkes ihres verstorbenen Mannes Prof. Hans Theo Richter (1902-1969) gegründet.
Mit seinen Zeichnungen und seiner Druckgraphik hatte Richter seit den frühen dreißiger Jahren zunehmend internationale Anerkennung erworben und während seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden viele Schüler nachhaltig geprägt. Die Witwe Richters hatte sich bereits fast 30 Jahre lang der Bewahrung des Werks ihres Mannes gewidmet. Mit der Gründung einer Stiftung wollte sie nun zum einen über ihren Tod hinaus den künstlerischen Nachlass Hans Theo Richters sichern und ihn der Bildung, Erziehung und wissenschaftlichen Beschäftigung durch Ausstellungen und Publikationen zugänglich machen.
Zum anderen sollten mit der Vergabe des Hans Theo Richter-Preises Künstlerinnen und Künstler geehrt werden, die eine besondere künstlerische Leistung im Geiste Richters auf dem Gebiet der bildenden Kunst, besonders auf dem Gebiet der Zeichnung und Graphik, geschaffen haben. Inzwischen sind die Vorstände der Hildegard und Hans Theo Richter Stiftung Sebastian Schmidt und Christine Meinhold mit dem Kupferstich-Kabinett und der Sächsischen Akademie der Künste übereingekommen, den Preis auch für herausragende Werke auf dem Feld der Fotografie zu verleihen.
Die freundschaftliche Beziehung und enge Zusammenarbeit mit dem langjährigen Direktor des Dresdner Kupferstich-Kabinetts und ersten Präsidenten der Sächsischen Akademie der Künste Prof. Dr. Werner Schmidt (1930-2010) bedeutete für Hildegard Richter den entscheidenden Anstoß zur Stiftungsgründung und zur Aussetzung des Hans Theo Richter - Preises. Schmidt schätzte und förderte das Werk von Hans Theo Richter seit vielen Jahren und seine Witwe stiftete dem Kabinett als Dank je ein Exemplar der rund 600 druckgraphischen Arbeiten des Künstlers. Auch eine große Zahl erlesener Handzeichnungen gelangte durch ihre Großzügigkeit an das Museum.
Zur Sicherung der künstlerischen Qualität bei der Preisvergabe sind die Sächsische Akademie der Künste wie auch das Dresdner Kupferstich-Kabinett satzungsgemäß in die Jury eingebunden. Den ersten Preisträger jedoch wählte Hildegard Richter bewusst selbst aus: Max Uhlig, herausragender Schüler Richters, erhielt am 9. Oktober 1998 den ersten Preis feierlich verliehen. In einer ersten Reaktion schrieb Max Uhlig am 29. April 1998 an das Auswahl-Gremium „Die Nachricht freut und überrascht gleichermaßen!“
Bisher konnte der mit zuletzt 20.000 Euro dotierte Preis zwölfmal vergeben werden (siehe Hans Theo Richter-Preis). Aus Anlass der 10. Preisverleihung fand 2014 eine Ausstellung aller Preisträger im Leonhardi-Museum Dresden statt, zu der auch ein Katalog erschien: Hans Theo Richter-Preis: 1998-2014 (hrsg. von der Hildegard und Hans Theo Richter-Stiftung und der Sächsischen Akademie der Künste in Zusammenarbeit mit dem Kupferstich-Kabinett Dresden und dem Leonhardi-Museum Dresden; Textredaktion Ingrid Sonntag, Dr. Klaus Michael, Dresden 2014).
Geplant ist im kommenden Jahr erneut eine Preisträgerin oder einen Preisträger zu prämieren und in der Sächsischen Akademie der Künste ihre oder seine Werke exemplarisch mit einer Ausstellung vorzustellen.



