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Programm

Plakat zum Film "Idioten" von Lars von Trier

Kino kontrovers 4: Lars von Trier: »Idioten«

| Film und Gespräch
Programmkino Ost, Schandauer Str. 73, 01277 Dresden

Mit dem Film »Idioten« von Lars von Trier wird die Reihe Kino kontrovers im Programmkino Ost fortgesetzt. Der Film erzählt die Geschichte einer Gruppe junger Leute, die sich durch idiotisches Verhalten von der Gesellschaft absondern und so gegen ihre Umwelt auflehnen. Es ist der zweite Film der so genannten ›Dogma‹-Reihe und wurde kontrovers diskutiert, nicht zuletzt wegen seines dokumentarischen Realismus. Im Anschluss an den Film diskutiert Tobias Hülswitt mit der TV-Legende Harald Schmidt über das »Lob der Torheit«.

Ticketbestellung
Telefonisch beim Programmkino Ost unter 0351 310 37 82 und online.
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Zum Film

»Idioten« Dänemark. 1998. Regie und Buch: Lars von Trier. Mit: Bodil Jørgensen, Jens Albinius, Anne Louise Hassing, Nikolaj Lie Kaas, Knud Rhomer, Troels Lyby, Louise Mieritz, Trine Michelsen, Luis Mesonero, Henrik Prip, Anne-Grethe Bjarups Riis, Paprika Steen, Lars von Trier, Anders Hove u.a. Länge 114 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren.
Durch Zufall gerät die zurückhaltende Karen in eine Gruppe junger Leute, die sich zu einem radikalen Experiment entschieden hat. Angestachelt vom Spießerhasser Stoffer geben sie sich in der Öffentlichkeit als Idioten aus und provozieren bei sogenannten Behindertenausflügen durch lautes, aggressives Verhalten ihre Mitmenschen. Diese Gruppe junger Leute lehnt sich durch idiotisches Verhalten gegen ihre Umwelt auf, wobei ihre Radikalität sich letztlich gegen sie selbst richtet. Ein nach den Regeln der skandinavischen Gruppierung »Dogma 95« inszenierter Film.

Im Anschluss an den Film Gespräch

Mit Harald Schmidt, moderiert von Wissenschaftsmoderator Tobias Hülswitt.

Diskussionsstoff

Dietmar Dath: »Das viel zu stark beachtete Dogma-Manifest von 1995 will das Peinlichkeitspotential aller Kunst per Ultra-Naturalismus zerstören; »Idioten« (1998), Lars von Triers praktischer Beitrag zu diesem Unfug, ist zumindest nicht langweilig [...]« Dietmar Dath in: Die Stätte deiner Erniedrigung musst du verheeren. Formalist? Moralist? Antichrist? Faschist? Zum Siebzigsten des Filmemachers Lars von Trier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.4.2026

Harriet und Peter Meining: »Mit seinem Film ›Idioten‹ sprengte Lars von Trier 1998 bürgerliche Schamgrenzen. Der Film zerlegt gängige Moralanschauungen und erzählt provokant und oft mit viel Sarkasmus von Individuen, die ›den Idioten in sich entdecken wollen‹ und dabei die Geduld, die Toleranz und das Feingefühl ihrer Mitmenschen völlig ausreizen, bis diese nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Die Diskussionen um Identität, Übergriffigkeit, Aneignung würden heute, 28 Jahre später, viele Agenten abschrecken. Auch die Finanzierung eines solchen Films wäre mehr als fraglich. So finden sich derartige künstlerische Provokationen inzwischen selten in den Spielplänen der Festivals. Es gibt eine neue Empfindlichkeit gegen Tabubrüche. Beschränkt diese Rücksichtnahme und Sensibilität das schöpferische Tun und wird zur Einengung? Oder ist diese Sensibilität in der Kunst angemessen? Ist sie Ausdruck eines reiferen Umgangs im künstlerischen Miteinander oder doch ein Hindernis für eine übergeordnete Botschaft, die auch die Provokation braucht, um Strukturen und moralische Konditionierungen offen zu legen? Wo bleibt die Kunstfreiheit?«

Ankündigung von Andreas Körner

Filmreihe kuratiert von Harriet Maria und Peter Meining/MauserFilmProduktion, in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Akademie der Künste und dem Programmkino Ost, gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.